29 März 2010

Mauerwegslauf: Unbeschreiblich ...

Ich bin immer noch hin- und hergerissen vom Mauerwegslauf. Wie auf dem Bild, Hannes und ich, können wir uns nicht entscheiden, auf welche Seite wir wollen. Noch immer kann ich dieses Wochenende nicht in Worte fassen, deshalb mache ich mir darüber jetzt auch keine Gedanken mehr. Am Samstag war noch ein Artikel über den Lauf in der Zeitung. Und auch Dieter hat seine Eindrücke hier aufgeschrieben. Damit sind meine Versuche über das Wochenende zu berichten abgeschlossen. Es war etwas ganz eigenes und wird etwas eigenes bleiben.
Seit gestern laufe ich wieder. Bis dahin habe ich es genossen, mal nichts zu tun. Und mit nichts, meine ich nichts. Ich hatte absolut keine Lust, irgendetwas zu machen. Nicht Lesen, nicht Radfahren, nicht Laufen, nicht einmal im Haushalt habe ich viel gemacht.
Umso mehr habe ich den Lauf gestern und heute genossen. Und ich hatte auch das Glück, an beiden Tagen in der Regenpause zu laufen. Heute hat sogar die Sonne geschienen. Und den ersten Huflattich habe ich gesehen. Der Frühling ist endlich da.

25 März 2010

Video zum Mauerwegslauf

Jetzt sind schon fünf Tage seit dem Mauerlauf vergangen. Es tut richtig gut mal nicht zu laufen oder zu radeln.
Außerdem habe ich mir eine Erkältung eingefangen. So genieße ich das schöne Wetter indem ich mich einfach in die Sonne setze, lese, schaue und ein bisschen lese. Manchmal schlafe ich auch. Die Anstrengung des Wochenendes kommt erst jetzt so langsam durch.

Noch immer stehe ich ganz im Bann des Laufs. Wann immer ich etwas darüber lese oder Bilder davon anschaue bekomme ich Gänsehaut. Heute morgen habe ich dieses Video bekommen. Gerade das Ende zeigt die Emotionen aller.

22 März 2010

Der Mauerwegslauf - ein Lauf voll Emotionen

Noch nie habe ich einen so facettenreichen Lauf erlebt. Allerdings habe ich auch noch nie einen Lauf mit so vielen unterschiedlichen Menschen gemacht. Ein Lauf voller Emotionen, den bzw. die ich im Moment eigentlich noch gar nicht in Worte fassen kann. Ich will es versuchen, doch denke ich, dass ich in den nächsten Tagen noch öfter darüber berichten werden.

Peter und ich vor dem Start mit Basti, Jelka, Roy und Benjamin

Wir, das waren ca. 40 Ultraläufer, Freunde, Familien und Coaches, die 27 Marathonis, Menschen mit Down-Syndrom, begleiteten, hatten die unterschiedlichsten Motivationen diesen Lauf zu bewältigen. Der Lauf, 156 km entlang der abgerissenen Berliner Mauer, Start am Samstag um 8 Uhr und Nonstop durch bis Sonntag. Um 11 Uhr wollten wir wieder am Ausgangspunkt sein.

Warum ich diesen Lauf mitgemacht habe?

Ich wollte wissen, ob ich so weit und so lange laufen kann. Eine Nacht durchzulaufen war für mich bis gestern unvorstellbar. Aber es war toll. Als früh gegen 5 Uhr die Vögel anfingen zu zwitschern und bald darauf die Sonne aufging. Unbeschreiblich dieses Gefühl, in den Tag hineinzulaufen.

Aber auch die Marathonis bei diesem denkwürdigen Ereignis zu begleiten, war ein Teil meiner Motivation. Ich hatte den Laufclub 21 vor etwa einem Jahr kennengelernt. Bewundernswert ist die Leistung der Marathonis, aber auch die Begeisterung und Freude, die sie haben. Einfach ansteckend.
Der Lauf war ein Staffellauf der Marathonis, die Ultras liefen die Strecke durch, wobei das Tempo nicht hoch war. Alle 5 bis 9 Km war eine Versorgungsstation, an der auch der Staffelstab übergeben wurde. Nach kurzer Zeit war die Gruppe sehr auseinandergezogen. Um so schöner empfand ich es, dass jeder, der an der Wechselstelle ankam, mit Applaus begrüßt wurde. Leider konnte der Zeitplan nicht lange eingehalten werden. Schon abends waren wir 1 1/2 Stunden hinter dem Zeitplan.
Da wir aber gegen 11 Uhr im Jahn-Stadion erwartet wurden, entschied die Rennleitung am Sonntagmorgen 27 Km zu streichen. Wir wurden mit Bussen von Km 111 zu Km 139 gefahren. Dort wurde das Rennen neu gestartet. Neun Ultras liefen die gesamte Strecke, damit die Staffel auch beendet wurde.














Der Einlauf ins Stadion war unbeschreiblich.
Hand in Hand mit den Marathonis wurde noch eine Runde im Stadion absolviert. Zwei Stunden später kam dann der Rest der Gruppe. Und wieder gab es eine Runde auf der Stadionbahn. Obwohl ich eigentlich nicht mehr laufen konnte, diese Runde ging noch. Jubelnd und mit Tränen in den Augen fielen wir uns um den Hals. Jeder ließ seinen Emotionen freien Lauf. Bei mir war es Gänsehaut und Tränen der Freude über einen geglückten Lauf, was Strecke und Zeit betrifft, aber auch, dass ich bei diesem Ereignis dabei sein durfte. Menschen mit Handicap haben mir einmal mehr gezeigt, wie lebenswert das Leben ist. Bemerkenwerte Menschen, Sportler wie du und ich, Menschen wie du und ich.

Hier die ersten BIlde von uns, auf der Seite des Laufclub 21, von "Renn"-Fotograf Norbert Wilhelmi und auf runnersworld.

19 März 2010

Ich kann laufen so wie du

und ich laufe auf dich zu.

Ich bin schon auf dem Sprung. Ist ganz schön schwer, zu packen, wenn man durch die Nacht laufen will und auch noch Regen gemeldet ist. Die Tasche mit den Laufsachen, die im Versorungswagen mitfährt, ist auf jeden Fall ganz schön schwer.


Heute war noch der
Vorbericht zu userem Lauf in den Nürnberger Nachrichten.

18 März 2010

Unglaublich ...

... aber wahr. Seit Tagen zähle ich dieTage bis es endlich soweit ist. Und jetzt sind es nur noch zwei Tage bis zum Startschuss des Mauerwegslauf. Dabei ist es eigentlich kein Startschuss. Nein, denn wir wollen mit den Marathonis "Mauern durchbrechen".
Der
Laufclub 21 ist Deutschlands erste Laufgruppe für Menschen mit Down-Syndrom. Beim Sport kann man mit Leichtigkeit Berührungsängste abbauen. Die Marathonis sind beim Laufen Sportler unter Sportlern, so wie du und ich.

Ich kenne diese Berührungsängste nicht, denn ich habe selbst eine Cousine mit Down-Syndrom. Wir sind ganz "normal" miteinander aufgewachsen und umgegangen. "Anders" war sie für mich nicht, ich kenne sie ja nur so. So laufe ich den Mauerwegslauf nicht nur wegen der Geschichte oder für mich sondern auch für meine Cousine.

Gerade kam noch eine Mail von Anita Kinle, die den Mauerwegslauf mitorganisiert. Achim Achilles, der Achim Achilles läuft auch ein paar Etappen mit. Seine Kolumne und seine Bücher lese ich mit Begeisterung. Mal schauen, ob er im "richtigen" Leben so ist, wie er in seinen Büchern rüberkommt.
Die Vorfreude auf diesen Lauf ist riesengroß, Strecke, Dauer, Wetter und "macht der Körper mit?" können diese Vorfreude nicht stören.

15 März 2010

Skifahren, Tapern und ...

Übers Wochenende habe ich mal wieder die Sportart gewechselt und war Skifahren im Zillertal. Wetter und Schnee waren optimal und Spaß hat es auch gemacht. Sowohl mal wieder Ski zu fahren, als auch mit der Gruppe, die dabei war.
Deshalb bin ich letzte Woche auch von Montag bis Donnerstag gelaufen. Ich wollte doch meinen ganz normalen Wochenkilometerschnitt haben. Warum? Weil diese Woche nur noch tapern angesagt ist.
Es steht was Großes an. Ja, was ganz Großes. So groß, dass ich doch tatsächlich ein mulmiges Gefühl habe. Ich weiß nicht genau ob ich vor der Distanz oder der Zeit Respekt habe.

Am Wochenende werde ich in Berlin den Mauerweg laufen. 160 Kilometer. Samstag früh geht's los, Sonntag Mittag wollen wir wieder am Ausgangspunkt sein. Die Nacht wird durchgelaufen. Warum es so lange dauert? Ich laufe mit dem Laufclub 21. Der Laufclub 21, das sind Menschen mit dem Down-Syndrom auch unter Trisomie 21 bekannt. Sie zeigen aber, dass sie laufen können "so wie du und ich laufe auf dich zu".
Ich habe ihn letzten Monat vorgestellt, bei einem Trainingslauf.
21 Jahre nach dem Mauerfall läuft der Laufclub 21 zum Anlass des 5. Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März den Mauerweg. Zahlenspielerei? Zufall? Gewollt? Geplant!
Für mich ist es eine Ehre, dass ich die Marathonis auf ihrem Weg rund um Berlin begleiten darf. Denn unter den Ultras, die mitlaufen, befindet sich zum Beispiel auch Robert Wimmer, frischgebackener "Sportler des Jahres 2009".
Ich freue mich drauf. Auf die Marathonis, die Ultras, den Lauf - aber der Respekt bleibt.

11 März 2010

Frühling gesucht ...

... und immer noch nicht gefunden.
Nach einem schweren Lauf gestern, die Strecke, die Beine und der Kopf, ging es heute schon wieder viel besser. Die Sonne war da, Temperaturen über 0°, da läuft es sich einfach. Meine Überlegung diese Woche etwas weniger zu laufen, habe ich doch wieder über den Haufen geworfen. Jeder Trainingskilometer zählt im Moment, denn es steht Großes bevor. Dazu aber ein anderes Mal.

Heute wollte ich nicht so lang laufen, aber die Sonne trieb mich voran. Ich konnte locker und leicht laufen. Und so lief ich hier und da ein kleines Schleifchen und daheim waren es dann doch wieder 16 Km.
Aber das Wetter ...

... schon bevor ich startete, überlegte ich, ob ich nicht doch lieber Rad fahre. Und auch während des Laufs ging mir das Rad fahren nicht aus dem Kopf. Zu Hause angekommen, ein Blick auf die Uhr. Genügend Zeit um noch eine kleine Tour mit dem Rad zu machen. Wenn man auch mit dem Rad noch nicht in den Wald kann, egal, Spaß hat es gemacht. Und ich war nicht die Einzige, die mit dem Rad unterwegs war. Wohl aber die Einzige, die vorher gelaufen ist.
Den Frühling habe ich noch nicht gefunden, aber so ganz langsam scheint er doch zu kommen.

08 März 2010

Total demotiviert

Heute ist mir das Laufen so richtig schwer gefallen. Denn langsam langt es.
Heute morgen hatten wir dezente -17,8°, da wäre ich schon lieber im Bett geblieben als zur Arbeit zu fahren. Na, wenigstens hat die Sonne geschienen, aber das war schon alles, was ich dem heutigen Tag an Positivem abgewinnen konnte. Montag ist Lauftag, also keine faulen Ausreden so wegen zu kalt, zu windig, zu ...
Komischerweise hatte ich zwar Lust zu laufen, aber halt nicht wieder die Strecke, die ich eigentlich schon seit November, mit wenigen Ausnahmen, vier Mal die Woche laufe. Ich träume von Waldwegen, Trails, durch Wiesen zu laufen.
Aber naja, die harte Realität: Der gleiche Weg wie letzte Woche, vorgestern und wie morgen wahrscheinlich auch. Kleine Variationen eingeschlossen. Der Körper wollte laufen, die Beine waren ausgeruht, aber der Kopf wollte die Strecke nicht laufen. Mit anderen Worten: Der Schweinehund lief einen Kilometer hinter mir, ließ sich ziehen und machte sich dazu noch extra schwer.
Nach 2 Kilometern mentalem ringen mit der Strecke entschloss ich mich dann doch, keine Pendelstrecke zu laufen, sonder eine Runde, obwohl damit mein "Lieblingsberg" vor mir lag. Und der war dann auch noch schneebedeckt. So gestaltete sich das bergauf laufen auch noch als besonders schwierig. Aber egal, geschafft war geschafft und oben war ich dann doch mit mir zufrieden.
Jetzt habe ich für mich beschlossen, diese Woche ein bisschen weniger zu laufen. Vielleicht hilft's ja für die Motivation.
Über das Wetter jammern ist eh Quatsch, denn ändern kann ich es ja nicht. Ich freue mich, dass die Sonne schon ein bisschen wärmt, dass es jetzt früh hell ist wenn ich in die Arbeit fahre und es abends wieder länger hell ist. Es sind einfach die kleinen Dinge im Leben die motivieren und damit baue ich mich auf. Auch die Waldwege, Trails und Wiesen werden bald wieder belaufbar sein. Und darauf freue ich mich.


06 März 2010

erneuter Wintereinbruch

Was habe ich die letzte Woche genossen. Sonne, ein bisschen wärmer, endlich Frühling. Donnerstag und Freitag musste allerdings schon wieder die 3/4 Hose mit den langen tauschen und auch Stirnband und Handschuhe wieder rauskramen. Denn trotz Sonne waren die Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Leider haben sich heute Nacht die Wetterprognosen bewahrheitet. Heute morgen hatten wir 10 cm Neuschnee. Wieder alles weiß. Und es schneit weiter, wenn auch nur ganz leicht, aber doch ständig. Ein bisschen demotiviert bin ich dann ins Training gestartet. Wieder Schnee unter den Schuhen. Trotzdem habe ich einen ruhigen 19 Km Lauf gemacht. Die Luft war herrlich wenn auch, wie so oft, der Wind von vorne kam.

04 März 2010

Sonne, Berge und ein Feldweg

Dieser Winter hat uns gelehrt, auf ständig glitschigen, verschneiten oder eisigen Wald-, Feld- vor allem aber Teerwegen unsere Kondition zu schulen.
Aber damit ist jetzt endlich Schluss! Sonne und mittlerweile schon die ersten schnee- und eisfreien Feldwege. Aber auch die jährlichen kleinen Überschwemmungen sind wieder da. Dem Wald trau ich noch nicht so recht.
Gut, dass Wetter hat mich noch nicht oft von einem Lauf abgehalten. Da muss es schon wie aus Kübeln regnen, dass ich zu Hause bleibe. Aber wie gesagt, im Moment ist es kühl, aber endlich scheint die Sonne. Da läuft es sich gleich noch besser, leichter, schneller, weiter.
So wie heute: Bergtraining. War nicht angesagt, aber ich hatte keine Lust wieder einmal durch die Stadt zurück zu laufen. Mittlerweile winkt mir sogar schon der Fahrer des Mülllasters zu, so oft sieht der mich. Die Alternative war mein "Lieblingsberg". Aber die Aussicht oben in den Feldweg ab zu biegen war zu verlockend. Allerdings ist es mir schwer gefallen den Berg hochzulaufen. Von vorne kam ein kalter Wind und hinter mir zog ich auch noch meinen Schweinehund mit hinauf. Denn der wollte partout nicht den Berg hoch. Allerdings half mir die Musik. Der Takt gab den Schritt vor und ich war schneller oben als gedacht. Und dann endlich runter vom Asphalt. Das war eine echte Wohltat mal wieder weichen, unebenen Boden unter den Füßen zu haben. Obwohl, glitschig war er noch ein bisschen. Aber das hatte ich ja den ganzen Winter trainiert.