29 September 2010

Läufergedanken

Als ich heute meine Runde drehte, wieder einmal langsam aber mit Genuss, ging mir viel durch den Kopf:
Es pfeifen fast keine Vögel mehr - wie toll war das bei meinen Morgenläufen, wenn sie erwacht sind.
Die Sonne wärmt noch ein bisschen, aber die Luft ist schon kühl. Wunderschön, echtes Kerstin-Laufwetter.
Der Farn ist schon braun.
Die Laubbäume färben sich langsam.
Die Erde ist feucht, auf Laub ist es rutschig aber es läuft sich gut.
Die Ruhe im Wald ist einfach traumhaft.
Morgen muss ich unbedingt eine Kamera zum Laufen mitnehmen und den Herbst fotografieren.
Die Sonnenblumen sind einfach traumhaft.
Wie schnell war ich doch in Karlsruhe unterwegs und wie langsam bin ich jetzt.
Ich freue mich auf den Stadtlauf in Nürnberg. Es soll ein Trainingslauf sein, kein Kampf gegen die Uhr. Lasse ich sie einfach zu Hause? Kann ich das überhaupt?
Jetzt, nach dem Lauf, fühle ich mich rundum wohl und zufrieden. Genau so stelle ich mir einen Genusslauf vor.

27 September 2010

Regenerationsläufe in den Herbst

Genau einen Tag habe ich es ausgehalten, nicht zu laufen. Am Dienstag war ich schon wieder in meinen Laufschuhen. Auch wenn mir das Laufen extrem schwer gefallen ist, musste ich einfach bei dem tollen Wetter raus. Ich bin ganz langsam gelaufen, die Berge gegangen. So habe ich in der Stunde auch nur 9 Km geschafft. Aber ich war glücklich in der Natur zu sein. Ein supersonniges Plätzchen auf einer Bank habe ich auch gefunden und mir zehn Minuten Sonne, Ruhe und Pause gegönnt. Das habe ich noch nie während eines Laufs gemacht. Es hat mir aber gut getan.
Mittlerweile hat der Herbst schon Einzug gehalten. Die Sonne wärmt nicht mehr ganz so wie im Sommer. Der Wind ist teilweise ganz schön kalt. Die Felder sind abgeerntet, die Wiesen abgemäht und die Bäume werden langsam bunt. Und auf manchen Wegen liegen schon die ersten Blätter.
Endlich habe ich auch die 2000 Laufkilometer erreicht. Letztes Jahr hatte ich die schon Ende August. Aber auch im September hatte ich wieder eine Woche ohne Laufkilometer. Dafür mit 280 Radkilometern.
Am Sonntag laufe ich beim Stadtlauf in Nürnberg den Halbmarathon. Allerdings werde ich diesen Lauf als Trainingslauf in Wettkampftempo sehen. Denn 1. läuft auch dort der Laufclub 21, mit dem ich ins Ziel einlaufen will und 2. laufe ich am 23. Oktober den Alb Marathon Schwäbisch Gmünd. Ich habe vor, die erste Runde in flottem Tempo zu laufen und die zweite Runde dann gemütlich mit den Marathonis ausklingen lassen.
Morgen mache ich erstmal nach sieben Lauf- und Radtagen einen Tag Pause. Mittwoch und Donnerstag plane ich dann noch zwei lockere Läufe und am Sonntag dann den Halbmarathon.

20 September 2010

Karlsruhe-Marathon

Mit gemischten Gefühlen fuhr ich gestern mit dem Laufclub 21 nach Karlsruhe zum Marathon. Nachdem mir in den letzten Wochen das Laufen sehr schwer gefallen war, hatte ich keine Ahnung, wie der Marathon laufen würde. Dementsprechend hatte ich mir eine Zielzeit um die 4:15 h vorgenommen. Aber auch, wieder den Spaß am Laufen zu finden. Das Wetter versprach traumhaft zu werden. Sonnig, aber nicht allzu warm, so wie ich es mag.
Die Begrüßung der Marathonis, Coaches und Eltern war herzlich und die Zeit bis zum Start verging wie im Flug. Ich hatte gar keine Zeit über den Lauf nachzudenken. Schon wenige Meter nach dem Start merkte ich, dass es gut lief. Eigentlich viel zu schnell. Aber wie immer ließ ich es laufen, denn langsamer werde ich von alleine. Und zwischen Km 8 und 9 war auf einmal auch die Freude am Laufen wieder da. Ich weiß nicht, was der Auslöser war. Die Musik, die ich hörte, die Zuschauer, die Mitläufer?

Nach 1:53 h war ich beim Halbmarathon. Während einem Marathon war ich noch nie so schnell. Nach 2:45 h war ich bei Km 30. Leider konnte ich das Tempo dann nicht mehr halten. Es machte mir auch nichts aus, als ich festsellte, das ich die sub 4 h nicht schaffen würde. Ich sagte mir auch eine Zeit knapp über 4 h ist eine tolle Zeit. Und ich war zufrieden, als ich im Ziel meine Uhr bei 4:02 h stoppte. Neben einer roten Rose und der Medaille wurde ich mit Platz 81 von 233 Frauen belohnt.
Dann aber schnell zurück zu Kilometer 40. Denn dort war Treffpunkt der Down Syndrom Staffel. Wie schon in Würzburg wollte wir alle gemeinsam ins Ziel einlaufen. Das diese zwei Kilometer einmal mehr Emotionen pur waren, muss ich wohl nicht schreiben. Bilder und weitere Berichte findet ihr hier und hier.
Heute lege ich einen Ruhetag ein. So schön der Marathon war, so viel wie heute hat mir nach einem Marathon schon lange nicht mehr wehgetan. Dabei kann ich es eigentlich nicht erwarten, bei diesem tollen Wetter wieder zu laufen. Vielleicht lag ja die Laufunlust auch nur am Wetter.

14 September 2010

Der Rennsteig - Keine optimale Marathonvorbereitung

Letzte Woche habe ich teilweise damit zugebracht, den Rennsteig mit dem Mountainbike zu fahren. Keine einzigen Meter bin ich gelaufen. Dafür bin ich in 4 Tagen insgesamt 280 km geradelt und habe dabei fast 3400 Höhenmeter gemacht. Da ich mit dem Mountainbike unterwegs war, hatte ich mich entschieden, nicht den Radweg sondern den Wanderweg zu fahren. Das hieß jede Menge Wurzeltrails, die nicht immer einfach zu fahren waren. Aber es hat riesig Spaß gemacht. Mit dabei waren 5 Kg Gepäck am Rücken, die mich nicht behindert haben, wie ich das befürchtet hatte.

Der Weg ging über den Inselsberg, vorbei am Biathlonstadion in Oberhof und so war das Bild am Grenzadler ein Muss. Auch über den höchsten Berg Thüringens, den großen Beerberg, musste ich fahren. Ein herrlicher Ausblick war der Lohn dafür. Nächstes Jahr möchte ich den Rennsteiglauf mitmachen, aber nachdem ich die Strecke abgefahren bin, habe ich gehörigen Respekt davor. Da werde ich vorher ordentlich trainieren müssen, um einigermaßen gut durchzukommen.
Am Sonntag laufe ich den Karlsruhe-Marathon. Ich hoffe, dass ich einigermaßen gut durchkomme, denn meine Laufbilanz sieht im Moment nicht so toll aus. Aber ich wird das Beste daraus machen. Spaß haben und Ankommen lautet mein Ziel. Und vielleicht war das Radfahren ja doch die richtige, alternative Marathonvorbereitung.

03 September 2010

Eine verfrühte Jahresbilanz

Eigentlich ist ja Montag Lauftag, immer. Aber diesen Montag war gar nicht daran zu denken. Es hat in Strömen geregnet, dass sogar ich zu Hause geblieben bin. Am Dienstag habe ich dann einen weiteren Ruhetag eingelegt. Ich hatte nachmittags einen Termin und wollte danach noch laufen. Doch als ich endlich Zeit hatte, hat es wieder zu regnen angefangen.

Am Mittwoch hat dann endlich alles gepasst. Zeit und Kerstin-Laufwetter. Da hat mich nichts gehalten. Ich bin einen Teil des fränkischen Gebirgsweg gelaufen. Und wie so oft kommen einem ja da die „dümmsten“ Gedanken.
Den
Mauerweg rund um West-Berlin bin ich gelaufen. 38 km des Frankenwegs auch schon. Ultramicha ist am Wochenende am alten Kanal von Beilngries nach Fürth gelaufen. Warum nicht mal ein längeres Stück auf dem fränkischen Gebirgsweg laufen? Ich befürchte, dass mich dieser Gedanke nicht mehr loslässt. Ob ich das dieses Jahr noch mache, weiß ich nicht, denn jetzt fängt ja die Wettkampfsaison an. Und geplant muss das ja auch werden. Außer dem Karlsruhemarathon habe ich noch nichts gemeldet. Dort laufe ich wieder mit dem Laufclub 21. Darauf freue ich mich besonders.

Allerdings bin ich mit meinem Trainingszustand nicht zufrieden. Langsam und lang kann ich laufen, an Tempo ist im Moment aber nicht zu denken. Auch habe ich mein Jahresziel neu definiert. So wie es ausschaut, werde ich in diesem Jahr wohl mehr Radkilometer als Laufkilometer zusammenbringen. Eigentlich wollte ich die 3000 Laufkilometer vom letzten Jahr toppen, nach vier Monaten hatte ich auch 120 Km mehr als zur gleichen Zeit 2009. Mittlerweile habe ich allerdings 150 Km weniger als letztes Jahr zur gleichen Zeit. Ein bisschen deprimiert mich das schon.
Noch sind es vier Monate bis zum Jahresende. So habe ich beschlossen, Jahreskilometer Jahreskilometer sein zu lassen, Bestzeiten Bestzeiten sein zu lassen und bei jedem Training und jedem Wettkampf einfach nur Spaß haben. Ganz ohne Druck. Zeiten egal. Gut fühlen, dabei sein, dass ist wichtig. Und natürlich das „Drumrum“ wahrnehmen und genießen. Das vergesse ich manchmal bei Kilometer- und Zeitenjagd.