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Man(n) kann in New York keine Bestzeit laufen …

Warum? Der Stadtkurs gilt als einer der schwierigsten Marathonkurse der Welt. Durch seine vielen Brücken und den welligen Central Park sind in New York 390 Höhenmeter zu bewältigen. Schon beim Start auf der Verrazano Bridge müssen 65 Höhenmeter bewältigt werden. Nachdem ich ja beim Berlinmarathon endlich meine Marathonzeit verbessert hatte, wollte ich den Lauf in New York einfach nur genießen und hatte mir als Zielzeit eine 4:15 h ausgegeben. Ein bißchen Ehrgeiz sollte dann doch mit dabei sein. Außerdem war absolutes Kerstin-Laufwetter: 12°, bedeckt, der leichte Niesel, der morgens noch war, hatte aufgehört.

Startschuss: auch unten auf der Brücke zu laufen ist toll, allein des Blickes auf Manhattan wegen. Und dann gings hinein nach Brooklyn. Da wird man als Läufer regelrecht eingesaugt. Und spätestens hier wußte ich, dass es kein Fehler war in New York zu melden. Die Stimmung ist einfach einmalig. Die Zuschauer in Dreierreihen, angeblich hundert Bands an der Strecke, zumindest permanent laute Musik und wenn auch nur von der Konserve. Gelaufen bin ich mit Gänsehaut, ganz nah an den Zuschauern, damit ich die vielen großen und kleinen, schwarzen und weißen Hände abklatschen konnte. Ich wußte, dass ich zu schnell unterwegs war, aber ich konnte nicht anders. Ich wurde getragen, das Laufen ging von alleine. Ich wußte auch, dass ich dem Tempo früher oder später Tribut zollen musste. Noch dazu, wo die zweite Hälfte des New York Marathons die schwierigere Hälfte ist. So war’s dann auch. Ab Meile 16 konnte ich meinen Anfangsschnitt nicht mehr halten, aber ich war gut unterwegs, die 4:15 h fest im Auge. Einmal mehr stellte ich fest, dass 26,2 Meilen einfacher zu laufen sind als 42,195 Km. Ich weiß, dass klingt komisch, aber es ist eine reine Kopfsache. Bei 26,2 Meilen gibt es keinen Km 35 wo „der Mann mit dem Hammer“ kommt. Und bei welcher Meile er kommt, weiß ich nicht. Und so sind es dann halt auch keine 7 Km mehr bis ins Ziel sonder nur 4 Meilen. Klingt doch viel kürzer …

So habe ich allerdings auch erst bei Meile 25 realisiert, dass die 4 h nicht nur im Machbaren, sondern im Erreichbaren liegen. Das mir da Flügel gewachsen sind, muss ich nicht schreiben, oder? Im Ziel, ich war einmal mehr nicht fähig meine Stoppuhr richtig zu bedienen und stoppte eine Zwischen- anstatt die Endzeit, zeigte meine Uhr eine 4:00:09 h – Bestzeit!!
... frau aber doch!

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